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Vinzenz Pallotti

Gemeinschaftsgründer


Geboren:
21. April 1795 in Rom

Gestorben:
22. Januar 1850 in Rom

Gedenktag:
22. Januar

Nur wenige werden, wenn sie Namenstag feiern, den hl. Vinzenz Pallotti als ihren Namenspatron verehren. Am 22. Januar ist nicht allein der Todestag Pallottis; lange schon vor dessen Sterbejahr 1850 feierte die Kirche in ihrem Heiligenkalender an diesem Tag den Märtyrer Vinzenz. Dieser war der Überlieferung nach Diakon im spanischen Saragossa und bezahlte seinen unerschütterlichen Glauben in der Christenverfolgung 304 mit dem Leben.

Andere, die Vinzenz heißen, feiern ihren Namenstag vielleicht am 5. April, am Tag des hl. Vinzenz Ferrer. Dieser spanische Dominikaner ist übrigens auch der Namenspatron Vinzenz Pallottis gewesen. Vielleicht denken in Zukunft mehr Menschen am 22. Januar an Pallotti. Verehrt wurde dieser römische Priester seit seiner Seligsprechung 1950 und seiner Heiligsprechung 1963 von Menschen, die die pallottinische Familie kannten.

Etwa eine Niederlassung der Pallottiner oder Pallottinerinnen, der Theresienschwestern, der Hildegardisschwestern oder der Laiengruppen in der Vereinigung des Katholischen Apostolates, die Pallotti in den 1830er-Jahren in Rom ins Leben gerufen und zu der alle genannten Gruppierungen zählen. Wenn kein direkter Kontakt bestand, so vielleicht ein indirekter über die Zeitschriften der Pallottiner, den Lesekalender, die Homepage, den Messbund, die Unterstützung der Mission in Indien, Afrika, Australien und Lateinamerika.

Die Zahl der Pallotti-Verehrer könnte bald größer werden, denn die Deutsche Bischofskonferenz hat ihn in ihrer letzten Vollversammlung im Herbst 2011 in den Deutschen Regionalkalender aufgenommen. Vinzenz Pallotti ist also würdig, einen Platz im Deutschen Messbuch zu haben. Das ist nicht selbstverständlich.

Hier sind in den »Messformularen« zunächst einmal all die Heiligen aufgeführt, die der weltweiten Katholischen Kirche in ihrem Heiligenkalender gemeinsam sind. Die Bischofskonferenzen können in ihrem jeweiligen Sprachgebiet einige hinzufügen. Das tun sie dann und wann. Wenn Erzbischof Zollitsch und seine Mitbrüder jüngst Damian de Veuster und Vinzenz Pallotti in den Deutschen Regionalkalender aufgenommen haben, also einen Belgier und einen Italiener, dann muss das seine Gründe gehabt haben. Neben dem überzeugenden Vorbild der Persönlichkeit des Heiligen spielt sicher auch eine Rolle, wer ihn sozusagen in Deutschland vertritt.

Insofern kann die gesamte pallottinische Familie den Akt der Bischofskonferenz als Anerkennung ihres Einsatzes für den Glauben und das Leben der Kirche ansehen und sich geehrt fühlen. Hier liegt wohl auch das Eigentliche, warum Vinzenz Pallotti in allen Kirchen Deutschlands in der hl. Messe am 22. Januar Verehrung erfahren kann. Es ist sein Gottes- und Kirchenbild, dass eigentlich so gar nicht in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts und so gut in die Anfänge des 21. passt. Vinzenz Pallotti (1795–1850) war ganz und gar Priester und in gewisser Weise stolz auf seine »Würde«.

Die verfasste Kirche war sein Daheim, auch wenn man ihn dort nicht immer verstand. In seinem sozialen und seelsorglichen Einsatz ist ihm eines wichtig: Er nimmt den Menschen ernst unabhängig von seinem »Stand«. Er nimmt die Getauften ernst und in die Pflicht. Jede und jeder hat hohe Verantwortung für die Lebendigkeit des eigenen Glaubens und für den des anderen – und das mitten im Alltag. Vinzenz Pallotti lebte dies, forderte und förderte dies in einer für die Kirche nicht leichten Zeit.

Übrigens: In diesem Jahr wird man vom Einzug des Heiligen in den Deutschen Regionalkalender nichts merken. Längst waren ja die Direktorien der Bistümer vor der Versammlung der Bischöfe gedruckt, und der 22. Januar ist ein Sonntag. Der hat sein eigenes unveränderbares »Messformular«.

Aber 2013, wenn der 50. Jahrestag seiner Heiligsprechung gefeiert wird, dann kann es sein, dass man erstmals irgendwo zwischen Schleswig und Konstanz, Saarbrücken und Usedom zu Beginn der hl. Messe hört: »Heute feiert die Kirche das Fest des hl. Vinzenz Pallotti!«


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