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Hilarius von Poitiers

Bischof, Kirchenlehrer


Geboren:
~315 in Pictavium, heute Poitiers (Frankreich)

Gestorben:
Anfang Januar 367 in Pictavium, heute Poitiers

Gedenktag:
13. Januar

Hilarius stammte aus einer wohlhabenden heidnischen Familie und wurde im Geist neuplatonischer Philosophie erzogen. Er arbeitete als Verwaltungsbeamter, bevor er sich zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Abra 345 taufen ließ. Schon bald darauf folgte die Priester und 350 wurde er von der kleinen Christengemeinde von Poitiers zu deren Bischof gewählt. Aus dem Zusammenleben mit seinem Klerus entwickelte sich die erste klösterliche Gemeinschaft in Gallien. 351 begegnete ihm Martin von Tours, der sein Schüler wurde.

Hilarius zählt zu den großen Bischofspersönlichkeiten des 4. Jahrhunderts, die die Grundlagen für das christliche Denken im Westen schufen. Als Verteidiger der Rechtgläubigkeit gegen den sich auf die kaiserliche Macht stützenden Arianismus entfaltete er große schriftstellerische Aktivität und wurde zum Pionier christlicher Literatur. Seine Wirkung auf das mittelalterliche Denken und noch auf einige Reformatoren des 16. Jahrhunderts ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sein besonderes Anliegen war es, Glaube und Vernunft miteinander zu versöhnen. Ein Ziel, das er mit vielen großen Denkern teilt. Etliche Hymnen der lateinischen Kirche stammen zudem aus seiner Feder.

Schon vor dem Konflikt mit den Anhängern des Arianismus hatte Hilarius seinen Kommentar zum Matthäus-Evangelium verfasst - es ist der älteste erhaltene Matthäus-Kommentar. Er entwarf eine theologische Gesamtschau in der Traditionen von Tertullian oder Cyprian, aber auch mit Einflüssen östlicher Bibelinterpretation in der Tradition des Origenes. Hilarius deutet dabei die „evangelische Wirklichkeit” als Vollendung einer „präfigurierten Wahrheit”; dieses Werk war bis in die Karolingerzeit weit verbreitet und wurde noch im 12./13. Jahrhundert von den größten Denkern zitiert.

Als Repräsentant der Gegner des Arianismus wurde Hilarius 356 von Kaiser Konstantius nach Phrygien in Kleinasien verbannt. Dort verfasste er in zwölf Bänden die erste Gesamtdarstellung über die Dreieinigkeit, „De Trinitate”. Er nahm an den Konzilien von Seleukia - heute zeugen davon nur noch Ruinen bei Bagdad - 359 und Konstantinopel 360 teil und vertiefte seine Bildung durch den Kontakt mit dem christlichen Orient, was auch in seiner Wertschätzung der Beschlüsse des 1. Konzils von Nizäa zum Ausdruck kommt.

359 nahm Hilarius an der Synode von Rimini teil, wo er sich mit Nachdruck gegen die Erhebung des Arianismus zur Staatsreligion wandte. 360 kehrte er nach Poitiers zurück. Dort empfing ihn die Bevölkerung begeistert. Auf der Synode in Paris 361 konnte er die Entmachtung der arianischen Gegner in Gallien durchsetzen; sein Einfluss in der Eindämmung dieser Lehre reichte bis nach Oberitalien.

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil verfasste Hilarius nach dem Vorbild von Origenes einen Kommentar zu den Psalmen, in dem er diese auf Christus hin deutete. Hilarius wurde am 13. Januar beigesetzt; sein Grab befindet sich im Dom von Poitiers. Seine weitverbreitete Verehrung wurde durch Venantius Fortunatus gefördert. Reliquien befinden sich unter anderem in Paris und Parma.


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