Kaspar, Melchior, Balthasar
Gedenktag:
6. Januar
Es gibt sie wieder vermehrt, die altehrwürdigen Namen der Heiligen Drei Könige. Junge Eltern geben ihren Sprösslingen wieder die Namen jener geheimnisvollen Männer aus dem Morgenland. Schade, dass man gar nichts über sie weiß und alles nur Legende ist. Gut, dass sie für viele christliche Tugenden stehen; darum kann man auch mit Fug und Recht ihren Namenstag feiern.
Die Namen selbst kommen wohl aus dem Persischen. Dass es drei Namen sind für die Sterndeuter, die zur Krippe kamen, das hat der Kirchenvater Origines im 3. Jahrhundert aus der Dreizahl der Geschenke erschlossen, die im Matthäusevangelium (2,1-12) erwähnt werden. Vor ihm schon hatte Tertullian aus den Magiern Könige gemacht. Und weil sie in Bethlehem in das Haus gingen, in dem der kleine Jesus war, entwickelte sich am 6. Januar die Haussegnung. Ab dem 6. Jahrhundert wurden aus den Buchstaben C+M+B (= Christus Mansionem Benedicat = Christus segne das Haus) Caspar, Melchior und Balthasar.
Und wenn fromme Phantasie am Werk ist, dann sprudelt sie: Melchior gilt als der König von Nubien und Arabien. Er brachte Gold. Balthasar, König von Saba, schenkte Weihrauch. Kaspar, König von Tharsis, überreichte Myrrhe.
Mit der Zeit deutete man diese Gaben spirituell: Gold steht für Weisheit, Weihrauch für Gebet und Opfer, Myrrhe für Selbstbeherrschung. Und: Gold steht für Christus als König; Weihrauch für Christus als Gott; Myrrhe für Christus als gekreuzigtem Erlöser. Fromme Phantasie weiß noch mehr: Beim Gold des Melchior war ein goldener Apfel, den er von Alexander dem Großen ererbt hatte. Als Jesus ihn nahm, zerfiel er zu Staub. Das bedeutet: Alle noch so große irdische Macht ist vergänglich. Der wahre und ewige Herrscher ist Gott in Jesus Christus.
Was ist eigentlich aus den Heiligen Drei Königen geworden, nachdem sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land zurück gezogen sind? Es heißt, Kaiserin Helena habe ihre Gebeine in einem gemeinsamen Grab in Saba gefunden und nach Konstantinopel gebracht. Von dort kamen sie auf Bitten von Bischof Eustorigo nach Mailand. In seiner Kirche im Süden Mailands gibt es bis heute ein wunderbares Grabmonument der Drei Könige. Aber es ist seit 1164 leer. Damals eroberte Friedrich Barbarossa die Stadt und schenkte die wertvollen Reliquien seinem Kanzler, dem Kölner Erzbischof Reinhald von Dassel.
Der Zug der Gebeine von Mailand über Chur nach Köln wird zu Triumphzug. Die Drei werden nun nicht allein Patrone der Reisenden. Mancher Gasthof nicht allein auf der Wegstrecke heißt bis heute Zu den drei Kronen, den Drei Sternen, den Drei Mohren. Die drei Könige werden jetzt zu beliebten Objekten der Kunst, die sie je nach Erfahrung mit dem Orient oder den Muslimen in bunteste Kleidung steckt. Die drei ehrwürdigen Männer stehen nun auch für die Lebensalter und die damals bekannten Erdteile: Kaspar, der Greis, ist Europäer. Melchior, der Mann, Asiate. Balthasar, der Jüngling, ein Mohr aus Afrika. Das bedeutet: Alle Generationen und alle Welt kommt zu Jesus Christus. Und bestens ist so das Geheimnis des Dreikönigstages, des Epiphaniefestes wieder gegeben: Jesus Christus ist als Heiland der Welt erschienen.
Jahrhunderte lang werden die Heiligen Drei Könige in Köln hoch verehrt. Und 2005 kamen sie auf Wunsch von Johannes Paul II. zu neuen Ehren. Das Motto des Weltjugendtags in Köln klingt vielen noch immer in den Ohren: "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten."
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17.-19.09.2012
Meditation und Kreativität - Seminar in Salzburg
14.-16.12.2012















