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Johannes vom Kreuz

Karmelit, Mystiker, Kirchenlehrer


Geboren:
24. Juni (?) 1542 in Fontiveros bei Avila (Spanien)

Gestorben:
14. Dezember 1591 in Ubeda (Spanien)

Gedenktag:
11. Dezember

Juan de la Cruz stammte aus verarmtem Adel. Mehrere Versuche, ein Handwerk zu erlernen, scheiterten; schließlich wurde er Pfleger im Krankenhaus von Medina del Campo, arbeitete mit großem Eifer und war bei den Kranken sehr beliebt. Nebenbei besuchte er Kurse im örtlichen Jesuitenkolleg.

1563 trat Johannes in Medina in den Karmeliterorden ein, er konnte Theologie und Philosophie in Salamanca studieren und wurde 1568 zum Priester geweiht. Die Ordnung im Karmeliterorden genügte nicht seinen strengen Vorstellungen, er erwog, sich den Kartäusern anzuschließen, bis er Teresa von Ávila kennenlernte. Sie hatte aufgrund ähnlicher Vorstellungen ihr Reformwerk im Karmeliterorden begonnen; er unterstützte nun ihr Werk, wurde Spiritual und Beichtvater in ihrem Kloster. Er erwies sich als talentierter Organisator, bald gründete er neue Klöster nach seinem strengen Ordensverständnis.

Widerstände gegen die beiden Reformer taten sich auf, die Inquisition brachte Johannes wegen "Überschreitung seiner Zuständigkeien" 1578 in ein Ordensgefängnis nach Toledo, aus dem er nach drei Monaten in das abgelegene Kloster Calvario floh. Die Erneuerung im Orden ging dennoch weiter, der Konflikt wurde durch die Trennung in "beschuhte" und "unbeschuhte" Karmeliten gelöst; der letztere, strenge Zweig wurde dann das Arbeitsfeld von Johannes. 1588 wurde er Prior des zentralen Klosters der unbeschuhten Karmeliten in Segovia. Auch im reformierten Zweig gab es neue Auseinandersetzungen um die noch immer strengeren Vorstellungen des Johannes, zudem belasteten ihn schwere Krankheiten; er zog sich ins Kloster nach Úbeda zurück.

Johannes schuf eines der umfassendsten Werke der Mystik, so der "Aufstieg zum Berge Karmel". Zu den schönsten Gedichten gehören "Cántico espiritual", "Göttliche Liebesflamme" oder "Das Lied der Liebe" und "Llama de amor viva", "Lebendige Liebesflamme". In seinem bekanntesten mystischen Gedicht, "Noche escura del alma", "Die dunkle Nacht der Seele", beschrieb er das Trachten der Seele nach der Vereinigung mit Gott, die sie durch eine zu Kreuzigung und Auferstehung Jesu parallele Erfahrung erreicht.

Als seine Quellen nannte er seine Erfahrungen und die Wissenschaft unter Führung des Heiligen Geistes. Er gilt als der wichtigste Kirchenlehrer der mystischen Theologie. Papst Pius nannte seine Schriften ein "Gesetzbuch und Schule der gläubigen Seele".


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