Ruth
Gestorben:
~1000 v. Chr. in Bethlehem
Gedenktag:
1. September
„Wohin du gehst, dahin gehe auch ich, und wo du bleibst, bleibe auch ich. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe auch ich, da will ich begraben sein... Nur der Tod wird mich von dir scheiden." Viele Brautpaare haben diesen Spruch aus dem Buch Rut (1,16-17) schon als Wort zu ihrer Hochzeit gewählt. Er ist dafür durchaus passend, allerdings in der Bibel nicht als die Zusage einer Frau an ihren Mann oder umgekehrt überliefert, sondern als Versprechen einer Frau an ihre alte Schwiegermutter Noomi.
Diese war vor vielen Jahren zusammen mit ihrem Mann Elimelech und ihren beiden Söhnen wegen einer großen Hungersnot von Bethlehem in das fremdländische Moab gezogen, jenseits des Toten Meeres. Doch dann raffte der Tod nicht nur ihren Mann hinweg, sondern auch ihre Söhne. Noomi blieb als Witwe mit ihren nun ebenfalls verwitweten Schwiegertöchtern allein zurück. Vergrämt entschließt sie sich nach Betlehem zurückzukehren, doch ihre Schwiegertochter Rut lässt sie nicht allein und zieht mit. Sie weiß, dass sie es Ausländerin in Betlehem nicht leicht haben wird. Doch sie hat genug Gott- und Selbstvertrauen.
Das Armenrecht ermöglicht es ihr, auf den gerade abgeernteten Getreidefeldern des reichen Bauern Boas Ähren zu sammeln. So verdient sie das allernötigste Brot für die alte Noomi und für sich. Boas, ein Verwandter Noomis, ist von dem außergewöhnlichen Engagement Ruts für ihre Familie sehr angetan und begünstigt sie. Daraufhin bekommt Rut von Noomi den Rat, sich nachts nach der Feldarbeit zu Boas zu legen. Boas verspricht Rut, sie zu heiraten. Rut gebiert ihm einen Sohn, den Obed, den Vater Isais und Großvater Davids.
Auf recht ungewöhnliche Weise erhält so Rut (zusammen mit Boas) einen ehrenvollen Platz im Stammbaum Jesu, wie bei Matthäus 1,5 und Lukas 3,32 zu lesen ist. Ohne Zweifel war hier der Leben schenkende und erhaltende Gott am Werk. „Weil Rut vorbehaltlos der Noomi die Treue hält, weil sie ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse hintanstellt, um dieser alten Frau Leben zu ermöglichen, hält Jahwe ihr die Treue - und schenkt ihr neues, reiches Leben... Weil sie vorbehaltlos Ja sagt, wo ein anderer Mensch in Not und Einsamkeit ist, spricht Gott ihr das Ja neuen, glücklichen Lebens zu" (E. Zenger).
Rut ist eine Heilige, auch wenn sie zu ihrer Zeit von vielen als Heidin eingestuft wurde. Gott hat an ihr offenbart, dass er seine Huld und Treue denen erweist, die wie er in Liebe an ihren bedürftigen Mitmenschen handeln. Wer sich durch ein solches Verhalten zum Gott der Liebe bekennt, der darf sicher sein, dass ihm Gott den Segen eines fruchtbaren Lebens schenkt.
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23.-25.11.2012
„Kath. Apostolat für jeden“ - Seminar am Hersberg
05.-08.04.2012















