Mirjam von Abellin
Nonne, Mystikerin
Geboren:
5. Januar 1846 in Abellin bei Nazareth
Gestorben:
26. August 1875 in Bethlehem
Gedenktag:
26. August
Als Papst Johannes Paul II. Mirjam von Abellin am 13. November 1983 in die Schar der Seligen aufnahm, bestimmte er sie gleichzeitig zur Friedenspatronin für Nahost. Ein deutliches Zeichen, wie sehr dieses kostbare Gut, das in dieser Weltregion so oft mit Füßen getreten wird, dem polnischen Papst am Herzen lag.
Mirjam Baouardy, so ihr weltlicher Name, wurde nach dem Tod ihrer Eltern von Verwandten aufgezogen. Als junges Mädchen sollte sie zur Ehe gezwungen werden. Sie widersetzte sich dem, da sie sich lieber als geweihte Jungfrau an Christus binden wollte. So trat sie nach einer bewegten Vorgeschichte ins Noviziat der Schwestern vom Heiligen Josef in Caplette in Frankreich ein.
In dieser Zeit hatte sie Visionen - wie auch schon vor dem Eintritt. Und es zeigten sich erste Anzeichen ihrer späteren Stigmata, weshalb man sie am Ende des Noviziats nicht in die Gemeinschaft aufnehmen wollte. Stattdessen wurde sie dem Karmel von Pau in Frankreich empfohlen, wo sie 15. Juni 1867 bei den Unbeschuhten Karmelitinnen eintrat und am 27. Juli desselben Jahres bei der Einkleidung den Ordensnamen Maria von Jesus dem Gekreuzigten annahm.
Von Pau dort wurde sie 1870 mit einigen Mitschwestern zur Gründung eines Karmels in Mangalore, Indien, gesandt, wo sie die feierliche Profess ablegte. Schon 1872 kehrte sie nach Pau zurück und gab dort den Anstoß zur Gründung von Karmelitinnenklöstern in Bethlehem und Nazareth im Jahre 1875. Am 21. November 1876 zog der Konvent in das unter ihrer Leitung neuerbaute Klostergebäude ein.
Ihre Gesundheit, die durch eine harte Jugend und ihr beschwerliches Leben, vor allem aber durch die Reise nach Indien litt, festigte sich nicht wieder. Am 26. August 1878 starb sie im Alter von nur 32 Jahren nach heftigem Leiden im Karmel von Bethlehem, wo sie auch begraben ist. Als sie starb war sie dabei, einen Karmel in Nazareth zu gründen. Nach ihrem Tod breitete sich schnell die Verehrung für sie im Mittleren Osten aus. Ihr Grab wurde zu einer Pilgerstätte.
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