Joachim
Vater der Gottesmutter Maria
Geboren:
? in Galiläa (?)
Gestorben:
? in Jerusalem (?)
Gedenktag:
26. Juli
Die Frage nach der Kindheit Jesu beschäftigte die Menschen nach dem Osterereignis, als die junge Kirche sich über die damals bekannte Welt ausbreitete. Die Evangelisten Lukas und Matthäus geben Antwort, die nicht so sehr historisch sein will, sondern verkündend. Immer beantwortet ein Evangelium die Frage: Wer ist dieser Jesus von Nazareth?
Als sich die Evangelien nach und nach in der Liturgie der Kirche Heimat verschafften, galt es die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn es kursierten Evangelien, die doch eher fromme Fantasie bedienten als den Glauben an den Auferstandenen. Sauber lässt sich natürlich in diesen dann nicht anerkannten Evangelien echte Christus-Verkündigung von freier Erfindung nicht trennen.
Wie auch immer, um das Jahr 150 entstand ein Evangelium, das dem Apostel Jakobus zugeschrieben wurde. Und dieses beantwortete die Frage nach der Kindheit der Mutter Jesu. Für diese Frau interessierte man sich in der Kirche ja auch zunehmend. In diesem Jakobus-Evangelium taucht erstmals der Name Joachim für den Vater Marias auf. Der hebräische Name bedeutet: Gott wird aufrichten.
Dieser Name ist Programm. Denn um Joachim ranken sich viele Legenden. Gesammelt hat sie vor allem Jakob von Voragine (1230-1298). Seine Legenda aurea hat die Menschen und vor allem die Kunst zeitweise mehr beflügelt als die Bibel selbst. Die Legende erzählt, dass Joachim und seine Frau Anna kinderlos blieben. Das war bei den Juden damals schlimm, gehörte man damit doch nicht zu den möglichen Vorfahren des Messias.
Wegen seiner Kinderlosigkeit wurde Joachim sogar vom Opfergottesdienst im Tempel ausgeschlossen. Joachim war derart niedergeschlagen, dass er nicht zu seiner Frau nach Hause ging, sondern sich in die Einsamkeit zurückzog und als Hirte lebte. Es wird ihn wie so viele niedergeschlagene Menschen die Frage nach dem »Warum gerade ich?« bedrückt haben.
Doch er gab seine Frömmigkeit nicht auf und wurde vielen ein guter Ratgeber. Zwanzig Jahre war es her, dass er seine Heimat Zippori, fünf Kilometer nördlich von Nazareth verlassen, Anna geheiratet und mit ihr nach Jerusalem gezogen war. Da erscheint dem Hirten Joachim ein Engel und sagt ihm: Geh nach Hause, dein Gebet ist erhört worden, Anna und du, ihr werdet ein Mädchen bekommen. Ob Joachim der Erscheinung gleich getraut hat, erzählt die Legende nicht, aber sie berichtet wie dann auch viele mittelalterliche Gemälde von der berühmten Begegnung an der Goldenen Pforte.
Joachim und Anna umarmen und küssen sich in unglaublicher Freude. Und das Wunder geschieht: Ihre Ehe wird dann doch noch mit einem Kind gesegnet, ein Mädchen, Maria. Nun überbordet die Legende und erzählt, die Eltern hätten es mit drei Jahren dem Tempel geweiht. So was gab es im Judentum gar nicht. Die Joachim-Legende ist von Anfang an umstritten. Sein Gedenktag wird mal an jenem Tag und mal an diesem gefeiert.
Papst Paul VI. gesellt Joachim dorthin, wohin er gehört: zur hl. Anna, deren Tag schon lange der 26. Juli war. Wie auch immer der Vater Marias hieß, er hat im Laufe der Geschichte viele Patronate bekommen. Vor allem hält er seine Hand über Eheleute, die unter ihrer Kinderlosigkeit leiden. Und er achtet auf alle, die niedergeschlagen sind und sagt ihnen: Gib nicht auf. Gott wird dich aufrichten.
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12.-14.11.2010
















