Agnes von Böhmen
Äbtissin
Geboren:
1205 in Prag
Gestorben:
6. März 1282 in Prag
Gedenktag:
2. März
Agnes kam 1207 als Tochter des böhmischen Königs Ottokar I. zur Welt. Schon als Kind verlobte ihr Vater sie aus politischen Überlegungen zweimal; einmal mit Boleslaus von Schlesien, einmal mit einem Sohn von Stauferkaiser Friedrich II. Beide Verlobungen wurden allerdings wiederum aus Staatsgründen gelöst. Agnes, die sich schon sehr früh dem christlichen und asketischen Leben verschrieben hatte, war über diese Wendungen in ihrem Leben sehr froh. Ihre Vorbilder waren Franz von Assisi und dessen Gefährtin Klara von Assisi, mit der Agnes eine innige Brieffreundschaft unterhielt.
Als Agnes erneut den politischen Interessen ihres Landes geopfert und entweder mit Friedrich II. oder Heinrich II. von England verheiraten werden sollte, widersetzte sich Agnes und nahm ihr Leben selbst in die Hand: Sie verzichtete 1234 auf ihre Krone und trat in das von ihr selbst gestiftete Klarissinenkloster in Prag ein.
In der Folge verwandte sie ihr gesamtes Eigentum für die Errichtung von Kirchen und zur Unterstützung von Klöstern. So gründete sie in Prag das Franziskus-Spital, in dem die Gemeinschaft der Kreuzherren mit dem roten Stern ihren Dienst an Armen, Kranken und Pilgern verrichteten. Nach ihrem Tod am 2. März 1282 soll es um sie zu vielen Wundern gekommen sein, die aber damals nicht zur Heilgsprechung genügten.
Erst über 700 Jahre nach ihrem Tod sprach Papst Johannes Paul II. Agnes heilig. Die Kanonisierung der Tschechin fand am 12. November 1989 in Rom statt. Papst Johannes Paul II. wollte durch die Heiligsprechung ein Zeichen für die Tugenden von Agnes setzen: Demut und freigewählte Armut.
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