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Auf den Spuren Pallottis

 

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Die Ausbildungskommunität der Pallottiner auf Wallfahrt nach Rom
15. bis 26. März 2002


Der Mantel der Geschichte ist ein abgegriffenes Bild - und doch war es so, als würden wir diesen Mantel überziehen, der uns in die Zeit Vinzenz Pallottis versetze. Einen Mantel, der 14 Studenten und einen Regens für zwölf Tage umhüllen sollte, denn wir machten uns auf den Weg, um unseren Gründer, seine Gefährten und ihre Lebenswelt besser kennen zu lernen.



Die Kirche von Masio

Auf dem Weg von Vallendar nach Rom liegt der kleine piemontesische Ort Masio, irgendwo zwischen Turin und Mailand. Hier hält niemand einfach nur so an, hier muss man anhalten wollen. So wie wir. Masio ist jedem deutschen Pallottiner ein Begriff. Mit Masio verbinden sich für uns Schlagwörter wie Frömmigkeit, Einfachheit, Sparsamkeit, Begeisterung und Wachstum, eben das, was in unserer Gemeinschaft der „Geist von Masio“ genannt wird. Hier in Masio stand das erste Einführungshaus unserer Gesellschaft, hier lernten dutzende junger Männer das pallottinische Leben.


Die ehemalige Niederlassung der Pallottiner war nicht schwer zu finden. Die Kirche, die vom damaligen Generalrektor unserer Gemeinschaft, Josef Faà di Bruno, in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gebaut wurde und heute als Pfarrkirche dient, ist von weitem sichtbar. Schon auf den ersten Blick kann man erkennen, dass es sich hier um eine pallottinische Kirche handelt, denn mit großen Buchstaben steht „Regina Apostolorum“ über dem Hauptportal. Maria, die Königin der Apostel, ist die Schutzpatronin der Pallottiner.


 
Hauptportal der Kirche


ehemaliges Pallottiner-Kolleg

Viel ist von der damaligen Anlage nicht mehr erhalten. Eines der Gebäude wird noch als Pfarrhaus benutzt, das andere zerfällt. Vom sprichwörtlichen „Geist von Masio“, der die Pallottiner beseelte, ist nicht mehr viel zu spüren. Man kann sich kaum vorstellen, dass von hier junge Pallottiner in alle Welt zogen, nach Kamerun, Deutschland, Brasilien, Irland und viele Länder mehr.   


Dieses trostlose Gefühl änderte sich aber schon bei der heiligen Messe, die wir für alle Mitglieder der Gesellschaft in der ehemaligen Pallottiner-Kirche feierten, und besonders, als uns der Pfarrer zum Mittagessen in das alte Wohnhaus der Pallottiner, das jetzt sein Pfarrhaus ist, einlud. Hier spürten wir, wie Gemeinschaft damals in Masio ausgesehen haben muss.

 
Mittagessen beim Pfarrer


Hl. Vinzenz Pallotti, S. Salvatore in Onda

Rom war das Hauptziel unserer Wallfahrt, das Rom Pallottis, auf dessen Spuren wir uns ja gemacht hatten. So war auch unser erster Halt nach der Ankunft in der ewigen Stadt der Sarkophag unseres heiligen Gründers. Am Abend des ersten Tages verbrachten wir eine stille Gebetszeit bei ihm. An diesem Sarkophag sollte der römische Teil unserer Wallfahrt beginnen und auch später wieder enden.  Pallotti: der Mittelpunkt unserer Zeit in Rom.


Von hier aus machten wir uns auf den Weg, im Mantel der Geschichte den Spuren unseres Gründers folgend. Wir liefen die Wirkungsorte Pallottis ab: von seiner Taufkirche S. Lorenzo in Damaso zu seinem Elternhaus, vom Krämerladen seines Vaters zu seiner ersten Kirche S. Spirito dei Neapolitani und so fort. Jedoch das einzige, was an Vinzenz Pallotti erinnerte, waren Gedenktafeln und Heiligenbildchen. Wir konnten zwar lesen „S. Vincenzo Pallotti 1795-1850“, aber gefunden haben wir Pallotti dort nicht.

 
S. Spirito dei Neapolitani


Kloster Camaldoli bei Frascati

Unsere Suche ging weiter. Aus der Reise auf den Spuren Pallottis wurde eine Suche nach den Spuren Pallottis, nach Orten, wo Pallotti noch lebt. Vielleicht hatten wir die falsche Perspektive gewählt. Wir besuchten Häuser und Kirchen. Vielleicht sollten wir es wie Pallotti machen: zu den Menschen gehen.  Wir mussten also den Mantel der Geschichte ablegen und ins heutige Rom gehen, zu den Römern. Hier trafen wir Pallotti: in der Begegnung mit den Pallottinerinnen in Grottaferrata, im Waisenhaus Pia Casa di Caritá, das Pallotti und seine Gefährten für elternlose Mädchen gegründet hatte, bei den Einsiedlern von Camaldoli und den Mitbrüdern im Generalat. Hier ist Pallotti lebendig, hier lebt der Geist Pallottis.

Der Geist Pallottis ist ein Geist der Gottes- und der Nächstenliebe. Pallotti lebt überall dort, wo Menschen Gottes unendliche Liebe spürbar machen, dort wo Menschen ihre Beziehung zu Gott im Gebet pflegen und andere an dieser Beziehung teilhaben lassen. Überall dort ist Pallotti lebendig.

 
Waisenhaus Pia Casa di Carità


Gruppenbild mit Dame

Der Weg auf den Spuren Pallottis, ist ein Weg zur Begegnung mit Gott, der die unendliche Liebe ist. Der Weg auf den Spuren Pallottis, ist ein Weg zur Begegnung mit dem Mitmenschen. Der Weg auf den Spuren Pallottis, ist ein Weg zur Begegnung mit dem Mitbruder. Das sind die Erfahrungen, die wir auf unserer Wallfahrt machen konnten. Und noch diese: Pallotti lebt.   


































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